
© Elena Zihlmann
«Two-Way Mirror – with the shifting coating» ist eine Performance über Unterbrechung, Manipulation und die Wandelbarkeit von Macht.
Musikalische Strukturen, körperliche Handlungen und inszenierte Situationen entfalten sich nach ihrer eigenen inneren Logik – nur um von Stimmen, Regeln, Erwartungen und unerwarteten Ereignissen unterbrochen zu werden. Autorität taucht auf und verschwindet wieder, mal von außen kommend, mal verinnerlicht.
Zwischen Konzert, Performancekunst und absurdem Spiel untersucht das Stück, wie sich Individuen unter Druck anpassen, Widerstand leisten oder beginnen, sich selbst zu regulieren. Bürokratische Abläufe, unsichtbare Bewertungssysteme und subtile Formen der Kontrolle formen das Verhalten nach und nach neu.
In manchen Momenten wird das Publikum zur Teilnahme eingeladen. Handlungen, die eine Aufführung normalerweise stören würden, werden plötzlich möglich – was die Frage aufwirft, wann aus Unterbrechung Zusammenarbeit wird.
Die Performance fragt daher nicht nur, wer Macht innehat, sondern auch, wie leicht sich Macht verschieben lässt – von Institutionen zu Individuen und von Individuen zurück in die Systeme, die sie einst hinterfragt haben.
Studierende des Masters «Musik und Szene in Transformation» der Hochschule für Musik Basel präsentieren ihre Abschlussarbeiten im Rahmen eines Minifestivals. Die Konzerte finden an mehreren Tagen in unterschiedlichen Formaten und Besetzungen statt.
In dieser Performance zeigt Xueqing Juli Wang ihre Abschlussarbeit.
Juli (Xueqing) Wang (Künstlerische Leitung/Konzept/Flöte/Traverso/Movement); Pierre Langrand (Percussion/Projekt Assistant); Diego Chacón (E-Gitarre/Laute); Luca Manzo (Klavier/Movement); Miguel Francisco Manriquez (Perkussion); Shashi Shashank (Elektronik/Toningenieur); Dirk Letsch (Fotos); Ying Xiao (Co-Choreografie/Co-Dramaturgie); Moritz Kirch (Tonaufnahme); Raoul el Attar, Isabelle Jossi, Camila Martin Barla (Kostüm); Lena Lazarevic, Olive Dell’Ava (Backstage Assistent)
Musikalische und szenische Entwicklung in Zusammenarbeit mit allen Performenden.
Musikalische Zitate, strukturierte Improvisation, Choreografie sowie performative Interventionen mit Ausschnitten aus folgenden Werken:
Giovanni Girolamo Kapsberger (1580–1651): «Gagliarda 5ta»
Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788): Auszüge aus dem «Flötenkonzert d-Moll, Wq. 22, H. 425»
François-André Danican Philidor (1726–1795): Auszug aus «Suite Nr. 5 in e-Moll»
Joseph Haydn (1732–1809): Auszug aus der «Klaviersonate Es-Dur Hob. XVI/52»
Casey Cangelosi (1982): Auszug aus «Bad Touch» (2013)
(Ordnung nach Epochen, nicht nach Aufführungsreihenfolge)
Mit Co-Kompositionen und Improvisationen aller Mitwirkenden und Choreografie.
Mit freundlicher Unterstützung von Mia Di, Qiang Wang, Susanna Ruppel, Hannah Weinberger, Marianna Helen Meyer, Gaby Mahler, Norbert Steinwarz, Mike Svoboda, Valentin Köhler, Yoel Schneider, Niculin Barandun, tonRaum Basel und Braswell Arts Center.
60 Minuten, keine Pause
Eintritt frei.
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