So 19:00
Musiktheater/Performance
06.12.26

Sombre – In the Shadows of our Time

Kaija Saariaho, Jean-Baptiste Barrière, Cécile Marti & Asia Ahmetjanova

Sombre © zVg

Kann die Liebe zur Schönheit in Grausamkeit umschlagen?
In vielen ihrer Werke setzte sich die gefeierte finnische Komponistin Kaija Saariaho (1952–2023) mit ambivalenten kulturellen Persönlichkeiten auseinander, um zu ergründen, wie destruktive Tendenzen nicht am Rande einer Kultur, sondern aus ihrem Innersten heraus entstehen können. Dabei beschäftigte sie sich mit zwei historischen Figuren: dem Dichter Ezra Pound, einem Ästheten, der zum Anhänger des Faschismus wurde, und dem Maler Paul Gauguin, dessen Erfahrungen in Tahiti von kontroversen Idealisierungen geprägt waren. Saariaho regt damit an, kollektive Schattenseiten zu hinterfragen und jene «Paradiese» zu betrachten, die Menschen für sich selbst zu schaffen versuchen.

Wie der Titel von Kaija Saariahos Kammermusikwerk «Sombre» andeutet, sind auch Erinnerungskulturen ambivalente Konstrukte, an denen Menschen letztlich hängenbleiben.

Als Hommage an die Komponistin und Pionierin der elektroakustischen Musik vereint die Produktion Saariahos engstes familiäres und künstlerisches Umfeld. Unter der Regie von Aleksi Barrière treten Jean-Baptiste Barrière und Cécile Marti mit zwei Schweizer Erstaufführungen sowie Asia Ahmetjanova mit einer Uraufführung in einen berührenden Dialog mit Saariahos Kammermusik.

Mit

Aleksi Barrière (Regie/Text/Video); Jean-Baptiste Barrière (Komposition/Sounddesign/Video); Cécile Marti (Komposition); Lea Vaterlaus (Dramaturgie); Robert Koller (Bassbariton); Eija Kankaanranta (Kantele); Camilla Hoitenga (Flöte); Aleksander Gabrys (Kontrabass); Fritz Hauser (Perkussion); Étienne Exbrayat (Licht); Gary Berger (Audio-/Videokoordination); Jens Schubbe (Produktionsleitung)

Programm

Kaija Saariaho (1952–2023):
«Caliban’s Dream» (1993/1995), Text aus William Shakespeares «The Tempest»
«NoaNoa» (1992), Text aus Paul Gauguins «NoaNoa»
Cécile Marti (*1973): «ŌVIRI» (2026, SEA), Text von Aleksi Barrière
Kaija Saariaho (1952–2023): «Ciel étoilé» (1999)
Asia Ahmetjanova (*1992): «Neues Werk» (2026, UA)
Jean-Baptiste Barrière (*1958): «Un Tempo di Lampi Senza Tuono» (2026, SEA), Texte von Primo Levi
Kaija Saariaho (1952–2023): «Sombre» (2012), Text aus Ezra Pounds «Cantos»

Info

Die Aufführung findet auf Englisch, Französisch und Italienisch mit deutschen Übertiteln statt.

Dauer

80 Minuten, mit Pause

Links

www.sombre.ch

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