Route des voix

Eine vokale Pilgerreise durch die Saison 2016/17

Mit der Reihe «Route des voix» beleuchten wir in neun Konzerten die schillernden Facetten der menschlichen Stimme, quer durch die Jahrhunderte und durch die Stil-arten des Gesangs und der Voice Performance.

Den Abschluss dieser vokalen Pilgerreise bildet das Projekt «Fragen» – Chorlabor mit dem Singchor Basel, Choriosa Basel und der Mädchenkantorei Basel.


Fr 18.11.16 20:00

«Litanies de la vie» – canto battuto

Werke von Annette Schmucki, Peter Streiff, Georges Aperghis, Jacques Rebotier, Keeril Makan, James Tenney und Samuel Beckett
Die Sprachmusik-Produktion «Litanies de la vie» ist ein Abend der Schauspielerin Bettina Marugg und des Duos canto battuto – Eva Nievergelt, Stimme, und Christoph Brunner, Schlagzeug – zum Thema Litanei. Drei Figuren im leeren Bühnenraum, erinnernd, erzählend. Wort, Melodie, Klang und Stille sind ihre Heimat, geistiges Zuhause, Balancierseil zwischen Bewegung und Stillstand. Dem Ariadnefaden gleich entwickelt sich der Abend zu einer grossen Litanei zwischen Sprachsuche und Klangauflösung.

Mit: Bettina Marugg (Stimme), Eva Nievergelt (Stimme), Christoph Brunner (Schlagzeug)


Do 08.12.16 20:00

«Aria» – Salome Kammer

Ein Abend für Stimme solo mit Werken von Luciano Berio, John Cage, Mauricio Kagel u. a.
Salome Kammers Repertoire kann nicht in Sparten und Fächer eingeordnet werden. Es umfasst Avantgarde-Gesang und virtuose Stimmexperimente, klassisches Melodrama, Liederabende, Dada-Lyrik, Jazzgesang oder Broadwaysongs. Salome Kammer hat zahlreiche Werke der Neuen Musik international uraufgeführt. KomponistInnen im In- und Ausland, darunter Helmut Oehring, Wolfgang Rihm, Isabel Mundry, Bernhard Lang, Carola Bauckholt, Peter Eötvös oder Jörg Widmann schreiben Stücke für die Künstlerin.
«Salome Kammer eine grossartige Sängerin zu nennen, wäre untertrieben. Sie ist vielmehr eine phänomenale Stimmakrobatin, die keine Grenzen zwischen Sprechen und Singen, Spiel und Ernst kennt.» Süddeutsche Zeitung

Mit: Salome Kammer


Do 12.01.17 20:00

«Notes de Voyage» – Voix de Stras’

Das Strassburger Vokalensemble «Voix de Stras’» widmet sich der zeitgenössischen
A-capella-Musik. In «Notes de Voyage» präsentieren die sechs Sängerinnen unter der musikalischen Leitung ihrer Dirigentin Catherine Bolzinger kleine vokale Postkarten, Reisenotizen mit Grüssen von Cage über Ligeti bis Aperghis und Monk, sowie populäre Stücke von Bartók und Brahms. Der elektroakustische Komponist Tom Mays, ein genialer Klang-Alchimist, nimmt Stimmen heraus, verstärkt, verzaubert, verkehrt oder verfremdet sie. So entsteht eine mysteriöse Reise, die offenbart, was hinter den Stimmen liegt.

Voix de Stras’: Claire Trouilloud, Magdalena Lukovic, Angela Lösch, Rebecca Lohnes, Marie Camilleri, Armela Fortuna; Chorleitung: Catherine Bolzinger


Di 24. und Mi 25.01.17 je 20:00

«Stimmung» – SoloVoices & Christian Zehnder

«Stimmung» hat Karlheinz Stockhausen 1968 in Long Island (USA), bei Schneewetter, gefrorenem Meer und starkem Wind komponiert. Es ist ein Werk mit mystischem Charakter: sechs Stimmen singen immer denselben Akkord, erzeugen Obertöne und sprechen vereinzelt Worte.
Es gibt keinen Text, aber offene Phoneme und magische Namen sowie Bruchstücke von erotischen Gedichten. SoloVoices arbeitet für dieses Projekt mit Christian Zehnder, Sänger und Spezialist für Obertongesang zusammen.

SoloVoices: Svea Schildknecht (Sopran), Anne-May Krüger (Mezzosopran), Francisca Näf (Mezzosopran), Jean-Jacques Knutti (Tenor), Christian Zehnder (Bariton), Jean-Christophe Groffe (Bass)


Fr 03.02.17 20:00

«Pub-Reklamen/Tourbillons» –Georges Aperghis

Eine Koproduktion von Gare du Nord & Münchener Biennale
Der griechische Komponist Georges Aperghis ist einer der profiliertesten Musiktheater-Komponisten Frankreichs. Mit der Sopranistin Donatienne Michel-Dansac präsentiert er zwei seiner Vokalkompositionen, die er selbst inszeniert hat. «Pub-Reklamen» befasst sich mit den Glücksverheissungen der Werbung, es ist ein virtuoses Sopransolo aus Reklame für Cornflakes, Zahnpasta, Videospiele und Shampoo. «Tourbillons» performt die Sopranistin unterdessen in verschiedensten Sprachen, im Gare du Nord zum ersten Mal auf Deutsch!

Mit: Donatienne Michel-Dansac (Stimme); Komposition und Regie: Georges Aperghis; Text: Olivier Cadiot

Im Anschluss: «pot au feu – Suppe und Gespräch» mit Roman Brotbeck & special guest


So 12.02.17 17:00

«Sleep» – Kammerchor Notabene

Träume und Albträume für Chor und Klavier

«What dreams may come both dark and deep / Of flying wings and soaring leap / As I surrender unto sleep.» Charles Anthony Silvestri

Träume regen zu starken Texten an, zu fantastischen, wunderbaren oder absurden und abgründigen Bildern. Der Kammerchor Notabene und das Klavierduo Paola De Piante Vicin & Adrian Oetiker präsentieren berührende und irriterende Klangbilder in der zeitgenössischen Musik von Eric Whitacre, Richard Rodney Bennett und Jaakko Mäntyjärvi sowie Werken von Gabriel Fauré, Johannes Brahms und Maurice Ravel.

Mit: Kammerchor Notabene, Klavierduo Paola De Piante Vicin & Adrian Oetiker; Leitung: Christoph Huldi


Mi 15.02. (Premiere) / Do 16. / Fr 17.02.17 je 20:00

«songs from new space mountain» –Christian Zehnder

Vokalist, Stimmenkünstler, Performer, Jodler oder Obertonsänger? Alles mag auf Christian Zehnder zutreffen und doch lässt sich der eigenwillige Schweizer Musiker in seiner Vielfalt nicht einordnen. Seine musikalische Welt schöpft aus den archaischen Verlautbarungen der menschlichen Stimme und ist ganz im Topos der alpinen Welt verankert. Aus dem Umfeld des Musiktheaters und der zeitgenössischen Musik entwickelte der Stimmenkünstler fernab von Traditionen eine ganz eigene Musik, die auch als imaginäre Utopie der Heimat verstanden werden kann. Als Solist, Komponist und Regisseur transformiert er Essentielles aus dem alpinen Schaffensraum in verschiedenste Disziplinen und behauptet darin kompromisslos eine eigenständige künstlerische Vision: den «new space mountain». In seinem ersten grossen Solo-Abend gewährt Zehnder einen einmaligen Einblick in sein sehr persönliches Werk.

Mit: Christian Zehnder (Stimme, Obertongesang, Global Jodeling), Manipulated Sound Tools und verschiedene Instrumente (Organ Mouth Pipes, Swiss Train Beat Box, Diving Goggles, Luffing Accordeon, Prepared Foot-Drone Boxes, Electronic Harmonium Drone Boxes u.a.)


Mi 22.02.17 20:00

«Galgenlieder» – Infinity à5

Werke von Sofia Gubaidulina und Ulrike Mayer-Spohn
Ausgehend von Christian Morgensterns Gedichtzyklus «Galgenlieder» interpretiert das neue Schweizer Ensemble Infinity à5 Werke von Sofia Gubaidulina und Ulrike Mayer-Spohn. Gubaidulina, deren christlicher Glaube und tatarisch-russische Herkunft starken Einfluss auf ihre Werke haben, schafft Kompositionen von grosser Emotionalität und Dichte. Ihre «Galgenlieder» sind ausdrucksstark und reich an religiöser Symbolik. Mit 20 Jahren Abstand vertont Mayer-Spohn Morgensterns Gedichte in der ihr eigenen Experimentierfreudigkeit. Dabei ist das Spiel mit neuen Klangfarben ebenso zentral wie ein differenzierter Umgang mit der humoristisch-morbiden Vorlage.

Mit: Anne-May Krüger (Mezzosopran), Anja Clift (Flöte), Olivia Steimel (Akkordeon), Aleksander Gabryś (Kontrabass), João Carlos Pacheco (Schlagzeug)


Do 30.03.17 20:00

«Madrigali» – SoloVoices & thélème

Alte und zeitgenössische Madrigale von Heinrich Schütz und Stefano Gervasoni, Luca Antignani, Eric Maestri sowie Marc Garcia Vitoria
Im 17. Jahrhundert wurde die Vokalmusik durch den Einfluss Italiens und das Aufkommen eines neuen Genres, des Madrigals, kräftig durchgeschüttelt. Heinrich Schütz weilte in Italien, als er «Il Primo Libro de Madrigali» publizierte. thélème präsentiert einen grossen Ausschnitt daraus. Heute, circa 400 Jahre später befasst sich Marc Garcia Vitoria mit dieser Entwicklung der Vokalmusik und komponiert in Zusammenarbeit mit SoloVoices ein neues Werk für Stimmen und Elektronik. Was bedeutet der Begriff Madrigal heute? Welchen Einfluss haben Sprache und Vergangenheit auf die Musiker des 21. Jahrhunderts?

Mit: thélème & SoloVoices : Annie Dufresne (Sopran), Svea Schildknecht (Sopran), Francisca Näf (Mezzosopran), Julien Freymuth (Altus), Lior Leibovici (Tenor), Ivo Haun (Tenor), Jean-Jacques Knutti (Tenor), Jean-Christophe Groffe (Bass), Marc Garcia Vitoria (Elektronik)


Do 11./ Fr 12./ Sa 13.05.17 je 20:00 / So 14.05.17 15:00 Gare du Nord

«Fragen» – Chorlabor

Uraufführungen von Matthias Heep, Leo Dick, Sylwia Zytynska und andere Chorwerke

Drei Basler Laienchöre wurden für das experimentelle Projekt «Fragen» – Chorlabor ausgewählt. Innerhalb eines zweijährigen Austausches machten die Chöre Bekanntschaft mit einem zeitgenössischen Komponisten oder einer Komponistin. Sie entwickelten Fragen zur Neuen Musik, auf deren Grundlage drei neue Kompositionen entstanden sind. Diese Kompositionen von Sylwia Zytynska, Leo Dick und Matthias Heep wurden in engem Austausch mit dem jeweiligen Chor entwickelt und komponiert. Zum Abschluss werden alle Werke in einem gemeinsamen Konzert im Gare du Nord aufgeführt. Ergänzt werden die Konzertabende mit Stücken aus dem Repertoire der Chöre.
Mit: Singchor Basel, Leitung: Annie Dufresne; Choriosa Basel, Leitung: Lukas Merkelbach/Christoph Prendl; Mädchenkantorei Basel, Leitung: Marina Niedel; Stephen Menotti (Posaune), Anita Kuster (Alphorn)

Fragen ist ein Projekt des Gare du Nord. Konzept: Irena Müller-Brozovic & Johanna Schweizer. Mit freundlicher Unterstützung von Swisslos-Fonds Basel-Stadt, Pro Helvetia, Fondation Suisa, Scheidegger-Thommen-Stiftung, GGG Basel, Fondation Nicati-de Luze

Juli 2017

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