«Musiktheaterformen»

Facetten des aktuellen Musiktheaters in Präsentation und Gespräch

Was sind die Ingredienzien für spannendes Musiktheater?

Wir präsentieren in dieser Spielzeit acht höchst unterschiedliche Musiktheaterproduktionen aus den Bereichen Kammeroper, instrumentales Theater, Théâtre musical und experimentelles Musiktheater.

An zwei Abenden bittet der Musikwissenschaftler Roman Brotbeck in der Reihe «Pot au feu» nach der Aufführung zu Tisch in die Bar du Nord. Bei Suppe und Wein geht es um Fragen, Eindrücke und um eine Auseinandersetzung mit der jeweiligen musiktheatralischen Form.


jeweils 18:30 Einführung

Do 18.10. (Premiere)/Fr 19.10./Sa 20.10.18, jeweils 20:00

«Kolik» – von Rainald Goetz (Saisoneröffnung)

Ein Musiktheaterprojekt von Jannik Giger, Leo Hofmann und Benjamin van Bebber mit Sarah Maria Sun

Der Riss durch die Welt geht mitten durchs Gehirn. Im Blitzlichtgewitter der Synapsen orchestriert «Kolik» die radikale Selbstbefragung eines sterbenden Ichs. Jannik Giger, Leo Hofmann und Benjamin van Bebber übersetzen Rainald Goetz’ apokalyptischen Monolog in ein vielstimmiges Solo für die Sopranistin Sarah Maria Sun, Elektronik und Instrumentalensemble. «Kolik» ist ein zeitgenössisches Passionsspiel über den Krieg im Kopf, das Rauschen der Welt und unsere Verletzlichkeit in einer hyperbeschleunigten Gegenwart.

Mit: Sarah Maria Sun (Sopran, Stimmperformance); InstrumentalistInnen: Azra Ramić (Bassklarinette), Lucas Rössner (Kontraforte), Samuel Stoll (Horn), Stephen Menotti (Posaune), Hannah Walter (Violine), Ildiko Ludwig (Viola), Tilman Kanitz (Cello), Paul Wheatley (Kontrabass)

Komposition für Ensemble & Playbacks: Jannik Giger; Hörspiel & Elektronik: Leo Hofmann; Regie & Einrichtung Libretto: Benjamin van Bebber; Klangregie: Lukas Huber; Bühne und Kostümbild: Lea Burkhalter; Dramaturgie: Franziska Henschel, Assistenz Bühne und Kostümbild: Eva Wagner; Produktionsleitung: Jeanne Charlotte Vogt; Grafische Gestaltung: Felix Kosok

Eine Produktion von Gare du Nord und Benjamin van Bebber in Zusammenarbeit mit dem Solistenensemble Kaleidoskop. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, Pro Helvetia, Fondation Suisa, Fondation Nicati-de-Luze, Landis und Gyr, Schweizerische Interpretenstiftung.


Do 22.11./Fr 23.11./Sa 24.11.18 je 20:00

«End of the Line» – Ann Allen

Ein Musiktheater-Abend über Liebe und Verlust

Ein schmerzhaftes letztes Telefongespräch mit dem Liebhaber. Endstation für die Liebe – was tun? Die Regisseurin Ann Allen zeigt einen Abend über intensive Gefühle: Liebe und Verlust. Eine psychologische, interdisziplinäre Interpretation von Poulencs Mono-Oper «La voix humaine» wird mit der Schweizer Erstaufführung von Michael Jarrells Etude für Klavier sowie einer komponierten Improvisation von Ludovic van Hellemont verbunden.

Mit: Ann Allen (Regie), Rebecca Ockenden (Stimme), Ludovic Van Hellemont (Klavier), Kendra Walsh (Tanz), Xenia Fünfschilling (Projektleitung)

Komposition: Michael Jarrell (*1958), Ludovic Van Hellemont (*1985), Francis Poulenc (1899–1963): «La voix humaine», Libretto: Jean Cocteau, © Ed. Ricordi S.A.


Mi 19.12./Do 20.12.18 je 20:00

«Eingerockt und ausgesungen» – Jürg Kienberger

Ein fernes Lied aus Zwinglis Kindheit

Der Musiker und Schauspieler Jürg Kienberger versetzt sich in die Wahrnehmung und Welt des musikbegeisterten Zwingli und zeichnet die fiktive Biografie des Reformators aus dem Geiste Wildhauser Sandkastenspiele nach. Eine höchst unterhaltsame, leichtfüssige Hommage an eine aussergewöhnliche Persönlichkeit. «Unter der verspielten Oberfläche liegt Hintersinn und eine Sternstunde der Musik.» NZZ

Mit: Jürg Kienberger (Schauspieler, Musiker), Claudia Carigiet (Regie), Johannes Rühl (Produktion)


Mi 09.01.19 20:00

«Die Hintertür» – Schlagzeugtrio Hauser-Kloet-Zumthor

Schlagzeug und Pingdugonggong

Ein Konzert ist ein Theater ist ein Gespräch. Die Schlagzeuger Fritz Hauser, Rob Kloet und Peter Conradin Zumthor schauen über die Trommelränder hinaus und überraschen mit einer Inszenierung, in der sich Klang, Geräusch und Rhythmus mit theatralen Elementen verbinden. Die musikalische Palette aus Eigenkompositionen und Improvisationen reicht von frappierendem Unisono bis zum komplexen Klangmobile. «Die Hintertür» steht sinnbildlich für die Tür zu Unbekanntem, für ein Tor zur schier unerschöpflichen Fülle des Perkussionsinstrumentariums.

Mit: Fritz Hauser, Rob Kloet und Peter Conradin Zumthor (Schlagzeug, Spiel); Regie: Tom Ryser


Mi 30.01.19 20:00*

«Otto» – Drescher & Papion Production

Musiktheater für «Otto», Cello und Live-Elektronik

In einer «Oper ohne Sänger» fragt die Cellistin und Performerin Céline Papion nach der Rolle der Kunst in Krisenzeiten: Mit der eigens entwickelten Instrumentalskulptur «Otto» – inspiriert von im Ersten Weltkrieg aus Müll entstandenen Instrumenten – folgt die Handlung einem jungen Soldaten durch den Krieg.

Mit: Céline Papion (Cello & «Otto», Künstlerische Leitung), Oliver S. Frick (Live-Elektronik, Klangregie), Anna Drescher (Regie, Künstlerische Leitung), Hudda Chukri (Bühnen- und Kostümbild), Adrian Gross (Lichtdesign), Selim San (Instrumentenbau), Aldo van den Broek (Skulpturbau), Birgit Gebhard & Maximilian Lehner «The Real Office» (Projektkoordination), Florian Hohnhorst (Produktionsleitung Schweiz)

Komposition: Lukas Huber (UA), Oliver S. Frick (UA), Huihui Cheng (UA), Sophie Pope (UA), Steffen Krebber (UA), Joseph Michaels (UA)

Die Vorstellung wird von Radio SRF 2 Kultur aufgezeichnet.

*Im Anschluss: «pot au feu – Suppe und Gespräch» mit Roman Brotbeck


Di 12.02./Mi 13.02.19 je 20:00

«In eines Spiegels Bläue»

Ein Georg-Trakl-Mosaik von Christian Henking

Inspiriert vom Leben und Werk des Dichters Georg Trakl erkundet der Komponist Christian Henking auf akustischer, sprachlicher und visueller Ebene das Phänomen des Nichtverstehens, das in der Auseinandersetzung mit diesem Wortkünstler erfahrbar wird. Franz Schubert irrlichtert als eine Art musikalische Idée fixe durch das Stück.

Mit ensemble lémur: Martina Brodbeck (Violoncello), Ingrid Karlen (Klavier), Matthias Würsch (Perkussion), Leslie Leon (Mezzosopran), Michaela Dicu (Regieberatung), Simone Von Büren (Dramaturgie), Anita Vozza (Fotografie), Helena Tsiflidis – fonundtsu (Produktionsleitung), Maxine Devaud (Produktionsassistenz)


Di 19.03.*/ggf. Do 21.03.19 je 20:00

«Aus dem Leben einer Matratze bester Machart»– Leo Dick

Horizontales Musiktheater nach einer Erzählung von Tim Krohn

Auf Matratzen machen wir die wahrhaft elementaren Erfahrungen unseres Daseins – wir werden auf ihnen geboren, wir schlafen, lieben, träumen, sterben auf ihnen. Tim Krohns «Matratze bester Machart» wird zur Zufluchtsstätte für weltflüchtige TräumerInnen, deren Biographien die kollektive Zeitgeschichte von 1935 bis 1992 widerspiegeln. Leo Dicks Vertonung verschränkt kammermusikalisches Musizieren mit elektroakustischen Zuspielungen klanglicher objets trouvés aus der jeweils dargestellten Dekade.

Mit: Lisa Tatin, Franziska Baumann, David Zürcher, Francesco Biamonte (Stimmperformance), Noëlle-Anne Darbellay, Annekatrin Klein, Johannes Feuchter (Instrumentalperformance), Cyrill Lim (Klangregie), Tassilo Tesche (Szenographie und Co-Regie); Komposition und Regie: Leo Dick

*Im Anschluss: «pot au feu – Suppe und Gespräch» mit Roman Brotbeck


Fr 26.04.19 20:00

«Machinations» – Georges Aperghis

Musiktheater für vier Frauen (acht Frauen und Männer) und Computer

Mensch und Maschine gehen in «Machinations», einem der berührendsten Stücke von George Aphergis, eine amüsante und tragische Symbiose ein. Protagonistinnen sind vier Frauen – in dieser Inszenierung acht Frauen und Männer –, die Phoneme sprechen, Spielregeln aufsagen, die Herstellung von Automaten und Maschinenmenschen erklären. Sie spielen verschiedene Spiele, der Computer greift ein. Und sie filmen und projizieren «kleine Dinge» aus einer Zeit lange vor jeder Maschine.

Mit dem Ensemble de Théâtre Musical der Hochschule der Künste Bern; Künstlerische Leitung: Pierre Sublet, Olivier Pasquet

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