«Musiktheaterformen»

Facetten des aktuellen Musiktheaters in Präsentation und Gespräch

Was sind die Ingredienzien für spannendes Musiktheater? Wir präsentieren in dieser Spielzeit zehn Musiktheaterproduktionen aus den Bereichen Kammeroper, instrumentales Theater, Théâtre musical und experimentelles Musiktheater. An fünf Abenden bitten wir nach der Aufführung zum «Pot au feu» in die Bar du Nord. Bei Suppe und Wein geht es um Eindrücke, Fragen und um eine Auseinandersetzung mit der jeweiligen musiktheatralischen Form.


Do 22. / Sa 24. / So 25. / Mo 26.10.20 je 20:00

«Walk the Walk» – von Simon Steen-Andersen

Saisoneröffnung und Schweizer Erstaufführung

Szenische Aufführung für 4 Perkussionisten, Laufbänder, Objekte, Video, Licht und Nebel – nach Etienne Marey

Das Gehen: die einfachste Aktion auf einer Theaterbühne, oder bloss eine Art, von A nach B zu gelangen. Aber auch Lieblingsthema der grossen Komiker*innen, untrennbar verbunden mit Puls, Tempo, Rhythmus und Richtung. Für den dänischen Komponisten und Medienkünstler Simon Steen-Andersen ist es der Ausgangspunkt eines fulminanten Spiels von Kausalität und Bühnenmechanik, inspiriert von den ersten Bewegungs-studien des 19. Jahrhunderts, als ‹die Bilder laufen lernten›. Mit dem Percussion-Quartett Ensemble This/Ensemble That führt Steen-Andersen die vier Musiker an den Rand der physischen Belastbarkeit und das Publikum an die Grenzen unserer Wahrnehmung.

Produktion und Kompositionsauftrag von Gare du Nord Basel, Staatsoper Unter den Linden, Musica Strasbourg und KLANG Kopenhagen.

Mo 26.10.: Im Anschluss «Pot au feu – Suppe und Gespräch»


Miguel Ángel García Martín © Gianmarco Bresadola
Miguel Ángel García Martín © Gianmarco Bresadola
 Miguel Ángel García Martín © Gianmarco Bresadola
Miguel Ángel García Martín © Gianmarco Bresadola

Fr 06. / Sa 07.11.20 je 20:00

«Quaderno di Strada» – Inszenierter Liederzyklus von Salvatore Sciarrino

In seinem Liederzyklus «Quaderno di strada» (2003) für Bariton und Ensemble benutzt der sizilianische Komponist Salvatore Sciarrino beiläufige, teils triviale, teils rätselhafte «Objets trouvés» als Textmaterial. Durch seine feingliedrige Klangsprache erzeugt er dabei eine ungeheure mikrokosmische Aufladung dieser Fundstücke – eine Art «Wiederverzauberung der Welt». Inszeniert von Matthias Rebstock.

Mit: Christian Hilz, (Bariton), Ensemble Vertigo und Studierende der Gesangsklasse der Hochschule der Künste Bern; Lennart Dohms (Dirigent), Matthias Rebstock (Regie)

Eine Produktion der Hochschule der Künste Bern

Sa 07.11.: Im Anschluss «Pot au feu – Suppe und Gespräch»


Mi 18. / Do 19. / Fr 20.11.20 je 20:00

«RedenSingen» – Kammeroper von Till Löffler und Ursina Greuel

Was ist der Unterschied zwischen Sprechen und Singen? In dem Projekt «RedenSingen» werden real gehaltene Reden der letzten 50 Jahre vertont. Alle Reden berühren im weitesten Sinne das Thema «Menschenrechte». Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit diesem akuten Thema, steht die oben genannte kompositorische Frage im Raum: Was ist der Unterschied zwischen Sprechen und Singen? Es geht darum, bewusst (oder unbewusst) eingesetzte musikalisch-rhetorische Mittel offenzulegen. Wie werden Inhalte «verpackt», damit sie wirken? Samples mit O-Tönen aus den Reden fliessen in die Komposition ein.

Mit: Michael Wolf (Sprecher), Tamás Henter (Tenor), Anna Kovách (Sopran), Anzhe Zuo (Cello), Samuel Fried (Piano); Ursina Greuel (Regie); Jakob Schneider (Sounds und Tontechnik); Tashi-Yves Dobler Lopez, Yahya Hazrouka (Licht); Cornelia Peter (Kostüme); Suana Ruch (Regieassistenz)

Eine Matterhorn Produktion in Koproduktion mit dem sogar theater Zürich und dem
Gare du Nord Basel


© Ayse Yavas
© Ayse Yavas
 © Ayse Yavas
© Ayse Yavas

Mi 09. / Do 10. / Fr 11.12.20 je 20:00

«no pills» – Zeitgenössisches Musikkabarett

In diesem Kleinstkunstformat vermischen sich Elemente der Zeitgenössischen Musik mit Interviews, Dialogen, Videos, Arien, Songs, Schnulzen und Protestsongs. Ein Fagottist, ein Kontrabassist, eine Pianistin sind auf der Bühne, dazwischen ein Moderator im Anzug, an einem Kirschbaumwohnzimmertisch sitzend. Die Komponistin Frau B wurde von einer vermeintlich gemeinnützigen Organisation eingeladen, die versucht, ältere, etwas vergessene Künstler*innen wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Es entsteht ein absurder Reigen an Situationen mit dem Wunsch, dem Publikum den Boden unter den Füssen wegzuziehen.

Mit: Lucas Rössner (Fagott, Text, Gesang), Kaspar von Grünigen (Kontrabass, Text, Gesang), Bernhard Eymann (Moderation, E-Gitarre, Gesang), Isabel Klaus (Musik, Konzept, Klavier, Text), Francesca Dunkel (Produktionsleitung), Jonas Gillmann (Oeil extérieur)


Di 02. / Mi 03. / Do 04.03.21 je 20:00

«Antigone Exp. N°2» – Musiktheaterperformance nach «Antigona» von Tommaso Traetta

Antigone als Ikone des zivilen Ungehorsams lässt das Publikum in ihre Geschichte eintauchen: Es wird Teil einer ‹Augmented Reality-Experience›, in der das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft immer wieder neu verhandelt wird. Ausgehend vom Aufführungserlebnis spricht das Musiktheaterkollektiv AGORA mit dem Publikum über Mechanismen der Mobilisierung und Beeinflussung von Massen. Wo fängt Verantwortung der Einzelnen an?

Mit: Lisa Tatin (Antigone), Joshua Stewart (Kreon), AGORA: Benjamin David, Anna Brunnlechner, Valentin Köhler, Jana Beckmann (Konzept, Regie, Dramaturgie, Ausstattung); Maxine Devaud (Produktionsleitung); pourCoeur (Chor)

Eine Produktion von AGORA und LUX:NM

Do 04.03.: Im Anschluss «Pot au feu – Suppe und Gespräch»


Di 23.03.21 17:00 (französisch) & 20:00 / Mi 24.03.21 20:00

«Revox – A Tale of Phantoms» – 3-D-Hörspiel von Collectif barbare

Ein Film noir für die Ohren

Eine Stimme erzählt über Kopfhörer aus dem Leben Paul Stillers, des grössten Toningenieurs der Filmgeschichte. Eines Tages entdeckt er im Herzen einer alten Aufnahme einen Splitter der Stille. Er geht dem Phänomen nach und stösst auf Tondokumente seiner vor 30 Jahren verschwundenen Ehefrau. Sein Leben gerät aus den Fugen. «Revox» ist ein Film noir für die Ohren ohne Darsteller*innen mit Musik von Astride Schlaefli, Anna Trauffer, Charles Ives, Duke Ellington, Dmitri Shostakowitsch u.a. Das Collectif barbare entführt das Publikum in ihre Welt und erweckt Geister zum Leben.

Mit: Astride Schlaefli (Regie und Konzept); Christian Kuntner (Ton und Konzept); Michael Omlin (Licht); David Merz (Maschine); Natania Prezant (Dramaturgie); Isabelle Menke (Stimme), Irina Ungureanu (Gesang)

Eine Produktion von Collectif barbare in Koproduktion mit dem Theater Tuchlaube Aarau und dem Theater Winkelwiese Zürich


Do 08. / Fr 09.04.21 je 20:00

«Die Beelzebub Sonate» – von Aleksander Gabrys

Der künstlerische Schaffensprozess und die Rolle von Künstler*innen in der Gesellschaft stehen im Zentrum des Musiktheater-Abends «Die Beelzebub-Sonate», der auf dem gleichnamigen Theaterstück des polnischen Autors Stanisław Ignacy Witkiewicz basiert. Wie in der Faust-Legende gerät ein Komponist durch die Verbindung mit den Kräften des Bösen in eine selbstzerstörerische Musik-Spirale. In der Post-Nietzscheanischen, kreativen Flucht aus den sozialen Konventionen fällt er in den grotesken Höllen-Nachtclub des unerfüllten Künstlers Beelzebub. Mit dem Schauspieler und Sänger Graham F. Valentine in der Rolle des Teufels als grösster Dieb der Talente und einem jungen Solisten-Ensemble sowie der Künstlerin Irinel Anghel entfaltet sich ein rasanter Katabasis-Trip.

Mit: Graham F. Valentine (Stimme, Performance), Maja Bader (Stimme, Performance), Irinel Anghel (Stimme, Performance), Leonhard Dering (Klavier, Performance), Aleksander Gabryś (Kontrabass, Performance)

Fr. 09.04.: Im Anschluss «Pot au feu – Suppe und Gespräch»


Mi 14. / Do 15. / Fr 16.04.21 je 20:00

«Die Jeinsager oder: Über die unerträgliche Ambivalenz der täglichen Entscheidungen» – mehrblick & ton

Das Theaterkollektiv mehrblick & ton fragt nach Mechanismen politischer Meinungsbildung und individueller Entscheidungskraft. Folie für die Auseinandersetzung ist die Schuloper «Der Jasager» von Brecht/Weill, aus dem das performative Musiktheater «Die Jeinsager» entsteht. Martina Mutzner, Robert Koller und Christoph Waltle in den Hauptrollen, navigieren durch ihre Rollen und die Entscheidungen im Leben und scheitern an der Ambivalenz des Alltäglichen.

Mit: Wolfgang Heiniger, mehrblick&ton (Konzept, Texte, Komposition); Therese Schmidt, mehrblick&ton (Konzept, Texte, Regie); Andreas Brenner (musikalische Leitung); Änne-Marthe Kühn (Dramaturgie)

Fr 16.04.21: Im Anschluss «Pot au feu – Suppe und Gespräch»


Mo 03.05.21 20:00 • IGNM

«Winterreise: Vorstudie für ein nomadisches Leben» – Hoffmann / van Bebber

Home is where the heart is – also bleiben wir mit Schuberts «Winterreise» auf den Lippen in Bewegung und lassen uns durch Landschaften treiben, schleudern Lautstärken und Geschwindigkeiten in den Raum, bis, irgendwo zwischen Zuhause und Unterwegs, die Grenzen zwischen Sesshaftigkeit und Nomadentum verschwimmen.

Mit Auszügen aus der Winterreise (1827) von Franz Schubert (1797–1828) in einer Adaption (2016) von Leo Hofmann (*1986).

Mit: Leo Hofmann und Benjamin van Bebber (Konzept, Performance); Leonie Böhm (Regiemitarbeit); Jan Burkhardt (choreografische Mitarbeit)


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