Reihen «Musiktheaterformen» • «Von Zeit zu Zeit»

«Lamento» (Uraufführung)

Musiktheater nach Claudio Monteverdis «Orfeo» und Salvatore Sciarrinos «Luci mie traditrici» mit dem Epilog «Distendi la fronte» (UA)

«Orfeo besiegte die Hölle und wurde dann von seiner Leidenschaft besiegt», singt der Chor der Geister im 4. Akt der gleichnamigen Oper. Die menschliche Schwäche zieht sich wie ein blutiger Faden durch unsere Geschichte. Blind vor Liebe, blind vor Angst, vor Wut, Machtbegierde oder Selbstüberschätzung, werden Helden zu Tätern. Nach der Tat kommt die Reue, das Klagelied, das Lamento – der Schmerz über den Verlust, das Mitleid für die Opfer, mit sich selbst. «Badet mich in Blut. Lebt wohl, ich werde auf ewig in Qualen leben.» (Il Malaspina, 8. Szene)

Mit Claudio Monteverdis «Orfeo» und Salvatore Sciarrinos «Luci mie traditrici» liegen zwei Opernstoffe vor, die ihre ProtagonistInnen in ein Wechselbad der Gefühle stürzen. Überfordert von ihrem selbst gewählten Vorhaben überschreiten sie ihren persönlichen «Point of no Return». Das Musiktheater «Lamento» untersucht diese Handlungsspirale in einer Paralleldramaturgie anhand zweier Opern, welche in ihrer Entstehung fast 400 Jahre auseinanderliegen und bettet sie in eine neue Rahmenhandlung.

Musica leitet ein Gesangsseminar für angehende OpernsängerInnen. Sie verteilt die Rollen und schickt die Gesangs- studierenden durch eine musikalische Initiation. Quer durch die Jahrhunderte sind sie der musikalischen Dramatik zwischen Leben und Tod ausgesetzt und gelangen damit an ihre persönlichen Grenzen. Ein eigens für dieses Projekt neukomponierter Epilog von Salvatore Sciarrino beschliesst den Abend: «Distendi la Fronte» – «Entspanne die Stirn».

«Wir haben diejenige Zone des Geistes betreten, wo sich extreme Impulse entfesseln, wo sich Vernunft und Wahnsinn vermischen. Wir dürfen aber nicht(s) vergessen, und wir können nicht blutverschmiert heimkehren.» (Salvatore Sciarrino)

Besetzung
Ulrike Hofbauer, Sopran
Musica, Proserpina
Anastasia Terranova, Sopran
Euridice, Chor
Anna Willerding, Sopran
Messaggera, Chor
Laura Binggeli, Mezzosopran
La Malaspina, Chor
Kai Wessel, Countertenor
Stimme hinter dem Vorhang, Gast, Speranza, Plutone
Jacob Lawrence, Tenor
Orfeo, Chor
Kimon Barakos, Bariton
Diener, Pastore, Spirto, Chor
Edward Yehenara, Bass-Bariton
Il Malaspina, Eco, Chor

Ensemble ad astra der Schola Cantorum Basiliensis FHNW
Maria Sohn, Natalie Carducci — Violine
Sarah Gómez, Talia Banos — Viola
Thomas Chigioni — Violoncello
Mark Gilenson — G -Violone
Clément Gester, Dominik Richter — Zink
Martin Chiang — Dulzian
Cheyenne Häni — Blockflöte
Christoph Anzböck — Orgel
Kevin Payne — Theorbe
Louis Capeille — Harfe

Ensemble Diagonal der Hochschule für Musik FHNW
Jorge Rodriguez Guevara, Francisco Ávila Barrionuevo — Flöte
José Luis Inglés — Bassklarinette
Cristina Arcos Cano, Noa Mick — Saxophon
Irene Salas Moreno, Andrea Matés — Fagot t
Krystian Jarosz, Lennard Czakaj — Trompete
Andrius Pamorskis, Tomyr Warcaba-Wood — Posaune
Dean Georgeton, Quentin Fiquet — Schlagzeug
Charlotte Lefebvre, Elizaveta Goldenberg — Violine
Rodolfo Mijares Cótiz — Viola
Valentin Catil — Violoncello
Aleksander Gabryś*, Romana Uhlíková* — Kontrabass
19. / 24.10. **21. / 22. / 23.10.

Désirée Meiser — Regie und Konzept
Giorgo Paronuzzi — Musikalische Leitung Monteverdi
Jürg Henneberger — Musikalische Leitung Sciarrino
Caroline Grobben — Bühne und Kostüme
Stefan Marti — Licht
Mat Branger — Video
Anja Wernicke — Dramaturgie
Jessica Billeter — Choreographisches Coaching
Christian Rombach — Assistenz Musikalische Leitung Sciarrino
Helga Karen, Christoph Anzböck, Stephen Delaney, Andreas Westermann — Korrepetition
Jean-Marc Desbonnets — Bühnenbau
Mario Henkel — Technische Betreuung
Florian Hohnhorst — Produktionsleitung
Birgit Knab, Meike Olbrich — Projektorganisation Musikhochschulen F HNW
Heidi Dünow — Produktionsassistenz
Helen Gebhart — Regiehospitanz

Produktion und Kompositionsauftrag von Gare du Nord, Hochschule für Musik und Schola Cantorum Basiliensis (Musikhochschulen FHNW) im Rahmen des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen der Musik-Akademie Basel. In Koproduktion mit dem Nationaltheater Mannheim.

Unterstützt durch: Sulger Stiftung, kulturelles bl, Kultur Kanton Basel Stadt, Stiftung Basler Orchester-Gesellschaft, Maja Sacher-Stiftung, Irma Merk Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fonds «Stifterehepaar Ruth und Hans-Joachim Rapp-Moppert in memoriam», Les Copains du Nord, Fonds
150 Jahre Musik-Akademie Basel

Alle Termine

Do 19.10.17 20:00

Premiere

Sa 21.10.17 20:00

So 22.10.17 20:00

Mo 23.10.17 20:00

19:00 Einführung

Ausverkauft!

Di 24.10.17 20:00

Ausverkauft!

Preise
30.– Vollpreis
20.– AHV/IV/Stud.
15.– Colourkey/Kulturlegi

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