Jump-in-Konzerte

Letzte Woche hatten wir zum Jump-in aufgerufen. Wir sind überwältigt von der Menge der Anfragen und auch von der Qualität der Konzertideen, die ihr uns zugeschickt habt! Es zeigt einmal mehr, was für ein enormes Potenzial die Schweiz betreffend zeitgenössische Musik und spannenden Ensembles zu bieten hat!
In einem Dreier-Gremium (Désirée Meiser, Johanna Schweizer, Ursula Freiburghaus) haben wir die ganzen Anfragen gesichtet und haben bei unserer Auswahl, die durchaus nicht einfach zu treffen war, versucht, möglichst unterschiedliche Konzerte auszuwählen und zudem Ensembles, deren Produktion wegen der aktuellen Situation abgesagt wurde.

Natürlich hätten wir gerne viel mehr Termine zur Verfügung gestellt. Bitte haltet euch über unsere Homepage auf dem Laufenden. Wir planen eine zweite jump-in!-Runde im neuen Jahr. Ensembles, die sich bereits beworben haben, können ihre Vorschläge dann kommentarlos nochmals schicken.

Wir freuen uns auf die Konzerte!


So 31.01.21 17 Uhr
«Feuertrunken. Die sprachlose Neunte und Grosse Fuge auf zwei Flügeln» – Kirill Zvegintsov und Leonhard Dering

Die Pianisten Kirill Zvegintsov und Leonhard Dering spielen ein Programm, das ursprünglich vom Nationaltheater Mannheim für den 250. Tauftag Beethovens, den 17.12.2020 vorgesehen war. Aufgrund des Lockdowns in Deutschland konnte das Konzert, das im Opernhaus auf der grossen Bühne stattgefunden hätte, nicht wie geplant stattfinden. In musikalischer Hinsicht ergeben sich viele Bezüge zwischen der Grossen Fuge für Klavier zu vier Händen von Ludwig van Beethoven und der Transkription der 9. Symphonie Beethovens von Franz Liszt. Beide Arrangements sind, so Kirill Zvegintsov und Leonhard Dering, ‚besonders gelungen’ und werden nur selten gespielt. Eine kleine, aber interessante Anmerkung zur 9. Symphonie: der Text Friedrich Schillers ist im Arrangement in die Partitur notiert, alle Chorstimmen und die SolistInnen erklingen aber auf dem Klavier gespielt. Das ist – in die Gegenwart übersetzt – auch Ausdruck der besonderen Situation in dieser Krisenzeit, in der grosse Orchester/Chor/SolistInnen nicht zusammen erklingen ‚dürfen’. So bleibt der Text zwar ideell dabei, aber zugleich stumm.

Mit: Leonhard Dering (Klavier), Kirill Zvegintsov (Klavier)

Programm: Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Grosse Fuge für Klavier zu vier Händen op. 134
[Beethovens eigenes Arrangement der Grossen Fuge op. 133 für Streichquartett]
Franz Liszt (1811–1886)
Transkription der 9. Symphonie op. 125 Ludwig van Beethovens für zwei Klaviere zu vier Händen

Kirill Zvegintsov © David Kilka

Kirill Zvegintsov © David Kilka


Kirill Zvegintsov & Leonhard Dering © Leonhard Dering

Kirill Zvegintsov & Leonhard Dering © Leonhard Dering




Di 09.02.21
«Battaglia 17»

Improvisations- und Variationstechniken der Musik des 17. Jahrhunderts treffen auf deren zeitgenössische Reflektion, sowohl mit Mitteln der freien Improvisation als auch der Komposition. Grundüberlegung dabei ist, dass damals wie heute eine ‚Avantgarde’-Kultur der Improvisation existierte, die wegweisend für die Komposition war. Das Ensemble spürt in einer Art ästhetischem Vexierspiel Parallelen auf, die die zeitliche Distanz vergessen lassen. Rahmendes Element ist das aussergewöhnliche Tagebuch von Augustin Güntzer (✝1657) aus dem Archiv der Universitätsbibliothek Basel, welches zum ersten Mal eine Verarbeitung auf der Bühne findet. Güntzer bereiste ganz Europa in einer Mischung aus Flucht und Abenteuerlust zu Fuss. Dieser Abend ist eine semi-szenische Version für den Gare du Nord, aus Material des Musiktheaters Battaglia 17 (Premiere verschoben auf 2021).

Mit: Francesco Giusti (Gesang), Eva Saladin (Violine), Johannes Haase (Violine), Marc Pauchard (Zink), Giovanna Baviera (Viola da Gamba, Gesang), Rui Staehelin (Theorbe und Gesang), Mirjam Scheerer (Bühne und Kostüm), Matthias Klenota, Konzept und künstlerische Leitung

© Joel Sames

© Joel Sames




Do 11.02.21
«Cendres» – Duo Orion

Ausgehend von Heinz Holligers Werk «Romancendres», das die Wiederbelebung der von Clara Schumann zerstörten Partituren vorschlägt, soll dieses Programm ein neues Licht auf Werke der Vergangenheit werfen: Mauro Lanza malt auf seine Art – mit Klängen – Gemälde von Brueghel ‚Der Kampf zwischen Karneval und Fasten’, Eric Wubbels gibt Schuberts Lied ‚Gretchen am Spinnrade’ eine neue Stimme und Alexandre Babel nimmt seine Inspiration von dem ‚Lloyds Bank’-Gebäude in London, das vom Architekten Robert Rodgers gebaut wurde.
Das Duo Orion mit Gilles Grimaître am Klavier und Elsa Dorbath am Violoncello, wurde 2014 gegründet und trat in Frankreich, Italien, Portugal und Brasilien auf. Es ist Preisträger des Internationalen Musikwettbewerbs Ibla mit dem Kabalevski-Preis. Gilles Grimaître und Elsa Dorbath artikulieren ihr Programm um die Stücke des 20. Jahrhunderts und arbeiten an jedem ihrer Konzerte, um verkannte Stücke des riesigen Repertoires für Klavier und Cello nahezubringen.

Mit: Gilles Grimaître (Klavier) und Elsa Dorbath (Violoncello)

Programm: Eric Wubbels (geb. 1980 USA): Gretchen am Spinnrade (2016); Alexandre Babel (geb. 1980 CH): The way down (Auftrag des Duo Orion); Mauro Lanza (geb. 1975 IT):
La Bataille de Caresme et de Charnage (2012), Version für Cello und Klavier; Heinz Holliger (geb. 1939 CH) Romancendres (2003)

Duo Orion © Didier Jordan

Duo Orion © Didier Jordan

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