Dringender Appell des «Netzwerk Kulturpolitik Basel»

Sehr geehrte Damen und Herren des Bundesrats
Sehr geehrte Gesundheitsdirektion der Kantone BS/BL
Sehr geehrte Mitglieder des Regierungsrats in Basel-Stadt und Basel-Landschaft
Sehr geehrte Damen und Herren von Kulturelles Baselland und der Kultur Basel-Stadt

Wir, das Netzwerk Kulturpolitik Basel, wenden uns mit diesem Schreiben an Sie in der Hoffnung, Sie auf einen wichtigen Aspekt bei der weiteren Verschärfung der COVID-19 bedingten Massnahmen aufmerksam zu machen. Wir sehen bereits vielerorts (Bern/Wallis) die erneute Schliessung von Museen, Theatern und Kinos als Reaktion auf die ansteigenden COVID-19 Infektionen.
Die Situation ist ernst, das ist uns völlig klar. Sie ist für die Gesundheit des Menschen und für viele Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens bedrohlich und die Politik muss handeln. Mit diesem Schreiben möchten wir das nicht in Frage stellen, sondern vielmehr unterstützende Alternativen zu einer kompletten Schliessung der Kulturinstitutionen aufzeigen und auf die Wichtigkeit von kulturellen Veranstaltungen gerade jetzt und in den nächsten Monaten hinweisen.
Wir als Kulturinstitutionen haben nachweislich greifende Hygienekonzepte für unseren Spielbetrieb erarbeitet und veranstalten seit dem 9. Juni erfolgreich wieder in zahlreichen Häusern. Die von uns entworfenen Konzepte gehen oft über die vom BAG aufgestellten Richtlinien hinaus. Wir gewähren in der Regel einen Mindestabstand von 1,50 m sowie Frischluftaustausch im ZuschauerInnenraum; in den Theatern wiederum wird nur jeder zweite Platz belegt. Zudem besteht auf den Tribünen, sowie in den Büroräumen und beim Auf- und Abbau eine generelle Maskenpflicht. Es ist uns deshalb wichtig zu betonen: Bisher hat es keine nachweisliche Infektion durch einen Theaterbesuch gegeben. Daraus lässt sich schliessen, dass die Kulturinstitutionen nur sehr beschränkt an der Verbreitung des COVID-19 Virus beteiligt sind.
Darum bitten wir Sie, bei der Verschärfung der weiteren Massnahmen diese Situation der Kulturinstitutionen zu berücksichtigen. Ein weiterer Lockdown wäre für die Wahrnehmung der Kunst und Kulturlandschaft in der Region Basel ein einschneidender Entscheid und hätte auch politische Auswirkungen, da es aus unserer Sicht eine Wertung der Kultur gegenüber ist. Es würde uns auf lange Sicht alle in unserer Existenz bedrohen, und auf kurze Sicht natürlich unser vielschichtig neu erarbeitetes Programm dem Publikum vorenthalten. Gerade in letzter Zeit haben wir sehr viel positive Resonanz von Seiten des Publikums und der KünstlerInnen bekommen.
Gerne können wir auf neue Bestimmungen reagieren, um die Infektionsgefahr noch weiter zu verringern. Dazu zählt beispielsweise den Bar- und Restaurantbetrieb in unseren Institutionen einzuschränken. In vielen Foyers der Theater wird bereits komplett darauf verzichtet. Durch die Bestuhlung im Schachbrettmuster in den Theaterhäusern ist die Publikumsgrösse ohnehin bereits stark limitiert.
Unser Anliegen ist: Gegenüber einer Schliessung einfach umsetzbare und wirksame Alternativen anbieten. Lassen Sie uns weiterhin unserem gesellschaftlichen Auftrag nachgehen und den Menschen in Basel weiterhin sicher und qualitativ hochwertig Kunst und Kultur präsentieren. Denn auch das ist eine Erkenntnis des Lockdowns aus dem Frühling: Kunst und Kultur sind zentral für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und das Durchhalten bei einem erneuten Lockdown, besonders in der kalten Jahreszeit. Sie geben uns Halt, sie lassen uns gerade jetzt in der Krise Hoffnung schöpfen für eine Zeit danach.

Mit besten Grüssen
Netzwerk Kulturpolitik Basel

Basler Madrigalisten, Gabriele Lewon
Ensemble Phoenix Basel, Christoph Boesch
HeK - Haus der elektronischen Künste Basel, Sabine Himmelsbach, Jörn Strüker
Junges Theater Basel, Uwe Heinrich
Kaserne Basel, Sandro Lunin, Thomas Keller
ROXY Birsfelden, Sven Heier
Sinfonieorchester Basel, Franziskus Theurillat
Stadtkino Basel, Nicole Reinhard
T.Basel, Sibylle Mumenthaler
Theater Basel, Benedikt v. Peter
Basel Sinfonietta, Daniela Martin
Basler Marionetten Theater, Daniel Jansen
Gare du Nord, Johanna Schweizer
Kammerorchester Basel, Marcel Falk
RFV Basel, Alain Schnetzthe
the birds eye jazz club, René Pilloud
Vorstadttheater Basel, Matthias Grupp, Johanna Köhler

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