Giacinto Scelsi Festival

Das 6. Scelsi Festival Basel zelebriert erneut den Komponisten Giacinto Scelsi. Neben seinen eigenen werden Werke von KomponistInnen wie Karlheinz Stockhausen, Junghae Lee, Johann Sebastian Bach, Conrad Beck, Emanuel Moor und Ernest H. Papier präsentiert. In vier Masterclasses geben erfahrene Scelsi-InterpretInnen ihre Kunst weiter. In den Pausen gibt es die Möglichkeit zum ungezwungenen Austausch mit den anwesenden Scelsi-SpezialistInnen in der Bar.

Improvisation als Original, Partitur als Bearbeitung: Giacinto Scelsis Kompositionstechniken drehen das Paradigma von Originalität und Autorschaft um: Scelsi verstand sich als Medium und Botschafter einer Musik, die schon in der Welt vorhanden ist. Er schnitt seine monotonalen Klangimprovisationen auf Tonbändern mit und beauftragte anschliessend KomponistInnen, diese zu transkribieren. Die Notation wird auf den «banalen» Aufschreibeakt reduziert. Doch muss nicht auch die Übersetzung in Partitur als genuine Komposition gelten? Zum Auftakt des zweitätigen Festivals führen «The Scelsi Tapes» mitten ins Herz der Copyright-Debatte.

Im Konzert am Abend des ersten Festivaltages wird Junghae Lees Auftragswerk «Sorimuni 4» für Violine und Theremin uraufgeführt. Die Instrumente sind unterschiedlicher Herkunft, können aber eine gemeinsame Klanggestik teilen oder zwei verschiedene Klangideen vereinigen: Homogenität und Heterogenität, Realität und Illusion sowie Identität und Incognito sind Lees Themen. Des Weiteren steht Karlheinz Stockhausens «Aus den 7 Tagen» auf dem Programm, für das die Musiker «der ersten Tage» gewonnen werden konnten, sowie Johann Sebastian Bachs Sonate Nr. 3 für Violine.

Der zweite Tag beginnt mit einer öffenlichen Generalprobe zu Scelsis «Yamaon». Am späten Nachmittag findet ein öffentliches Kolloquium mit renommierten Scelsi-SpezialistInnen statt. Beim Abschlusskonzert stehen Werke Scelsis im Mittelpunkt, dazu sind Werke von Conrad Beck, Emanuel Moor und Ernest H. Papier zu hören.

Fr 11.01. «Les montagnes se ramassent»
12:00–13:15 Masterclass Cello – Rohan de Saram & Karolina Öhman
13:30–15:00 Masterclass Kontrabass – Joelle Léandre
18:00–19:00 «Un Esprit»
Programm: Michael Busch: «The Scelsi Tapes» – Video mit Live-Performance; Giacinto Scelsi (1905–1988): «Manto» (1957) für singende Viola-Spielerin

19:00–20:00 Pause mit Büchertisch und Snack
20:00–22:00 Konzert 1 (inkl. Pause)
Programm: Junghae Lee (1964): «Sorimuni 4» für Violine und Theremin (UA, 2018 Auftrag des Scelsi Festivals); Giacinto Scelsi: «Maknongan» (1976); Johann Sebastian Bach (1685–1750): Sonate Nr. 3 in C-Dur für Violine solo BWV 1005; Karlheinz Stockhausen (1928–2007): «Aus den 7 Tagen» (1968)
Mit: David Sontòn Caflisch (Violine), Lydia Kavina (Theremin), Joelle Léandre (Kontrabass), Dominik Stark (Violine), Nicholaus Isherwood (Bass), Rohan de Saram (Cello), Roberto Fabricciani (Flöte), John Kenny (Posaune)

Sa 12.01. «Maintenant que les stigmates de l’infini se lèvent»
12:00–13:45 Öffentliche Generalprobe «Yamaon»
14:00–14:50 Masterclass Gesang – Nicholas Isherwood
15:00–16:30 Masterclass 1 & 2 Klaviere – Marianne Schroeder
17:30–19:00 Kolloquium

Mit einem Vortrag von Friedrich Jaecker über seine neueste Arbeit in der Fondazione Isabella Scelsi
Mit: Friedrich Jaecker, Markus Bandur, Irmela Heimbächer, Carlotta Pellegrini, Amit Sharma (Dhrupadgesang), Marianne Schroeder (Moderation)

19:00–20:00 Pause mit Büchertisch und Snack
20:00–21:45 Konzert 2 (inkl. Pause)
Programm: Giacinto Scelsi: «WO MA» für Bass-Stimme (1960), «Tre pezzi» für Sopransaxophon (1956), «To the master II» (1974), «Yamaon» (1954–58) für Basstimme, 2 Saxophone, Schlagzeug, Kontrafagott & Kontrabass; Conrad Beck (1901–1989): Nocturne für Saxophon und Klavier, Suite für zwei Celli (1926); Emanuel Moor (1863–1931): Suite für zwei Violoncelli; Ernest H. Papier: «Sinistrose» (2014) Solo double pour sax à gauche et piano droit
Mit: Pierre-Stéphane Meugé (Saxophon), Marianne Schroeder (Klavier), Rohan de Saram und Karolina Öhman (Violoncello), Nicholaus Isherwood (Bass)

Alle Termine

Fr 11.01.19 12:00

Sa 12.01.19 12:00

Preise
35.– Vollpreis
25.– AHV/IV/Stud.
20.– Colourkey/Kulturlegi

Ermässigungen Abendkasse
10.– Stud. Musikwiss. Uni Basel + HfM FHNW
0.– Refugees

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